Diamanten kaufen
Was man beachten sollte, wenn man Diamanten kaufen möchte, die der Geldanlage dienen, wollen wir hier gerne aufführen. Beim Kauf eines Diamanten kommt es ja nicht nur auf die Größe oder das Gewicht an, sondern auf mehrere andere Einflussfaktoren, sodass es sein kann, dass ein dreimal so großer Diamant weniger kostet als das kleinere Vergleichsstück, aber dann auch weniger wert ist. Was Sie beim Diamantenkauf beachten sollten, führen wir hier gerne auf:
Diamantenkauf mit Zertifikat
Kaufen Sie Diamanten als Laie nach Möglichkeit nur mit einem Zertifikat. Das Zertifikat sollte von einem weltweit anerkannten Prüfinstitut stammen. Weltweit anerkannte Prüfinstitute sind z.B. das International Gemological Institute (IGI) oder das Gemological Institute of America (GIA). Anerkannt ist auch das Institute of Gemmology der HRD. Sie erkennen deren Zertifikate an den Abkürzungen GIA oder IGI auf dem Zertifikat oder der Diamantverpackung.
Wo kann man Diamanten als Geldanlage kaufen?
Es gibt in Deutschland nur wenige Fachhändler, die sich auf Anlage-Diamanten spezialisiert haben. Es gibt zwar eine Vielzahl von Schmuckhändlern, die Goldschmuck mit Diamanten verkaufen, also verarbeitete Diamanten, - die Verarbeitungskosten und Handelsmargen bei Schmuckhändlern sind allerdings oft so hoch, dass sich solche in Schmuck verarbeitete Diamanten als Geldanlage nur schwer rechnen lassen. Auf Gold und Edelmetalle spezialisierte Fachhändler bieten Ihnen i.d.R. reine, nicht zu Schmuck verarbeitete Diamanten an, die ggf. von einem Zertifikat begleitet sind, das im Regelfall den Diamanten eingeschweißt beinhaltet. Online können Sie z.B. bei Anlagegold24 solche Diamanten kaufen.
Seriennummer auf dem Diamanten eingraviert
Bei größeren Anlage-Diamanten wird teilweise die Seriennummer des Zertifikats auf dem Diamanten eingraviert, sodass man jederzeit nachvollziehen kann, welcher Diamant zu welchem Zertifikat passt. Wer einen Dreikaräter als Geldanlage kauft, kann so den Diamanten auch aus der Verpackung nehmen, in ein Schmuckstück fassen lassen und ggf. später auch wieder einzeln verkaufen, da man jederzeit anhand der im Diamant eingravierten Nummer in einer Datenbank die Echtheit und Qualitätsmerkmale des Diamanten nachvollziehen kann.
Die vier C beim Diamanten kaufen
Wer Diamanten erwirbt, sollte immer auf die vier Cs achten, die den Wert eines Diamanten und damit auch den Preis maßgeblich beeinflussen:
- C für CARAT, d.h. das Gewicht eines Diamanten
- C für COLOR, d.h. die Farbe eines Diamanten
- C für CLARITY, d.h. die Reinheit eines Diamanten
- C für CUT, d.h. den Schliff eines Diamanten
Das erste C – CARAT – beim Diamantenkauf
Gewicht: Ein Karat sind dabei 0,2 Gramm. Ein 5-Karäter wiegt also 1 Gramm. Ein vernünftiger 5-Karäter liegt allerdings über 100.000 Euro. Die meisten Anleger bevorzugen den 1-Karäter bis hin zum 3-Karäter, der dann 0,6 Gramm wiegt. Da Diamanten ja Naturprodukte sind und individuell aus einem Rohdiamanten geschliffen werden, ist jeder Diamant unterschiedliche. Geschliffene Diamanten mit genau 1 Karat sind eher selten, zumeist wiegen Sie 1,01 oder 1,03 Gramm, kurz über oder unter einem glatten Karat.
Wie groß ist ein Diamant?
Als Anhaltspunkt: Wird ein Diamant in Brillantschliff verarbeitet, so hat ein ½-Karäter in etwa einen Durchmesser von 5,1mm. Ein 1-Karäter wird einen Durchmesser von 6,5 mm haben, ein 2-Karäter einen Durchmesser von 8,2 mm. Jeweils von oben betrachtet. Ein 2-Karäter ist also nicht doppelt so groß wie ein 1-Karäter. Bei gleichen anderen Qualitätsmerkmalen gilt natürlich die Regel: Je schwerer ein Diamant (also: je mehr Karat), desto größer ist der Wert des Diamanten. Diamanten ab 3 Karat sind schon nicht mehr so leicht zu beschaffen, werden aber immer wieder für vermögende Kunden und deren Schmuckwünsche benötigt.
Das zweite C – COLOR – beim Diamantenkauf
Die Farbe eines Diamanten bestimmt den Preis. Am beliebtesten sind weltweit weiße Diamanten, für den Laien transparente Diamanten. Wenn man genau hinsieht, wird man häufig z.B. gelbliche Verfärbungen entdecken. Es gilt die einfache Regel: Je farbloser, desto höher der Wert. Es gibt zwar auch Kunden, die rosa oder gelbe Diamanten suchen und dafür sehr hohe Preise bereit sind zu zahlen, aber diese Käuferschicht ist extrem dünn, weswegen es für eine gute Verwertbarkeit und damit auch für eine gute Geldanlage richtig sein dürfte, einen möglichst weißen/farblosen Diamanten zu kaufen. Wir empfehlen zum Kauf eines Anlagediamanten die Abstufungen H, G, F, E oder D nach der GIA-Scala. Das Gemological Institute of America klassifiziert die Farben wie folgt:
- D – hochfeines Weiß+ (River)
- E – hochfeines Weiß (River)
- F – feines Weiß+ (Top Wesselton)
- G – feines Weiß (Top Wesselton)
- H – weiß (Wesselton)
- I – leicht getöntes Weiß+ (Top Crystal)
- J – leicht getöntes Weiß (Top Crystal)
- K – getöntes Weiß+ (Crystal)
- L – getöntes Weiß (Crystal)
- M,N – getönt 1 (Top Cape)
- O – getönt 2 (Cape)
Die beste Lichtdurchlässigkeit und damit auch Reflektion und Brillanz haben natürlich weiße Diamanten, weswegen sie bei Käufern sehr begehrt sind.
Das dritte C – CLARITY – beim Diamantenkauf
Der Diamant ist ein Naturprodukt, welches aus reinstem Kohlenstoff besteht, der unter sehr großem Druck komprimiert wurde. Für die Klarheit (Clarity) eines Diamanten ist entscheidend, welche Einschlüsse oder Unreinheiten im Diamanten enthalten sind. Kann man diese z.B. mit bloßem Auge sehen? Sind diese größer oder kleiner? Oder ist der Diamant z.B. lupenrein und auch mit einer Lupe lässt sich keine Unreinheit erkennen? International haben sich die folgenden Abkürzungen und Bezeichnungen durchgesetzt, von oben nach unten sinkt der Wert:
- fl-flawless: selbst bei 10-fach-Vergrösserungslupe lupenrein und keine Einschlüsse erkennbar
- if-internally flawless: innen lupenrein, allerdings sind Oberflächenspuren von der Verarbeitung möglich
- vvs1/vvsi-very, very small inclusions: Einschlüsse auch bei 10-facher Vergrößerung nur sehr, sehr schwer zu erkennen
- vvs2-very,very small inclusions: Einschlüsse auch bei 10-facher Vergrößerung nur sehr schwer zu erkennen
- vs1/vsi-very small inclusions: Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung schwer zu erkennen
- vs2-very small inclusionis: Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung zu erkennen
- si1-small inclusions: Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung leicht zu erkennen
- si2-small inclusions: Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung, jedoch nicht mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen
- pi1-Piqué I: Einschlüsse mit bloßem Auge gerade noch erkennbar, mindern die Brillanz jedoch nicht
- pi2-Piqué II:Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, mindern die Brillanz schwach
- pi3-Piqué III: Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, mindern die Brillanz deutlich
Während Schmuckkäufer häufig bereit sind auch Diamanten mit kleinen – ohne Lupe nicht sichtbaren Einschlüssen zu kaufen (z.B. vs1, vvs1 oder gar si2), sollten Kapitalanleger auf eine hohe Klarheit achten und nach Möglichkeit nur Diamanten der Klasse if oder fl kaufen, d.h. innen lupenreine oder gar ganz lupenreine Diamanten.
Wenn Sie auf Plattformen wie Diamonds24.de Diamanten kaufen, wird für jeden einzelnen Diamanten dort die Klarheit nach oben angegebenem Schlüssel ausgewiesen.
Das vierte C – CUT – beim Diamantenkauf
Während beim Schmuckkauf viele verschiedene Diamantenformen vorkommen, der Brilliant-Schliff aber dominiert, werden Anlagediamanten praktisch nur im Brillantschliff gekauft, weil dies als die edelste Variante gilt.
Wenn Diamanten aus der Erde gefördert werden, sind sie zunächst einmal unförmige Rohdiamanten. Ein Schleifexperte entscheidet dann, in welcher Form der rohe Diamant optimalerweise geschliffen werden kann. Typische Formen eines Diamanten-Schliffs sind:
- Asscher
- Brillant
- Cushion
- Emerald
- Herz
- Marquise
- Oval
- Prinzess
- Radiant
- Tropfen
Im deutschen wird der Brillant nicht nur häufig mit zweiten i falsch geschrieben (Brilliant), sondern oft auch mit dem Diamanten gleichgesetzt. Das ist aber falsch. Ein Brillant ist ein in bestimmter Form geschliffener Diamant. Ein Brillant ist also immer ein Diamant, aber ein Diamant muss nicht immer ein Brillant sein.
Die Schliffqualitäten innerhalb der verschiedenen Formen werden noch einmal unterschieden:
- Sehr gut (very good): Hervorragende Brillanz, Wenige oder nur geringfügige äußere Merkmale – sehr gute Proportionen
- Gut (good): Gute Brillanz. Einige äußere Merkmale, - Proportionen mit nur geringen Abweichungen
- Mittel (medium): Brillanz ist schon gemindert. Mehrere größere äußere Merkmale. Proportionen haben erhebliche Abweichungen
- Gering (poor): Die Brillanz ist erheblich gemindert. Große und/oder zahlreiche äußere Merkmale. Proportionen mit sehr deutlichen Abweichungen.
In Deutschland ist dies z.B. in Normen wie der RAL 560 A5E geregelt.
Was ist ein Brillant?
Der Brillant ist ein besonders geschliffener Diamant. Der Brillantschliff hat im Oberteil des Diamanten mindestens 32 Facetten (Flächen) plus die sogenannte Tafel (glatte Fläche oben). Im Unterteil des Brillanten müssen mindestens 24 Facetten vorhanden sein plus ggf. eine Kalette (Spitze unten).
Wie kann ich beim Diamanten kaufen das Gewicht kontrollieren?
Am besten kann man natürlich das Gewicht mit einer Präzisionswaage kontrollieren, die auf 1/100 Gramm genau wiegt und auf den Einsatzort geeicht ist, da Waagen immer nur auf einer bestimmten Höhe über dem Meeresspiegel genau funktionieren/vorgeeicht sind und ansonsten nachjustiert werden müssen. Beim Brillantschliff kann man sich jedoch untenstehende Tabelle als Anhaltspunkt nehmen, die bei Ihrem Brillanten nicht wesentlich abweichen sollte:
Zusammenhang Durchmesser/Karat beim Brillanten:
- 1,1 mm : 0,005 ct
- 1,4 mm : 0,01 ct
- 2,0 mm : 0,03 ct
- 3,0 mm : 0,10 ct
- 4,1 mm : 0,25 ct
- 5,1 mm : 0,50 ct
- 5,9 mm : 0,75 ct
- 6,5 mm : 1,00 ct
- 7,4 mm : 1,50 ct
- 8,2 mm : 2,00 ct
- 9,3 mm : 3,00 ct
- 10,3 mm: 4,0 ct
- 11,1 mm: 5,0 ct
- 13,9 mm: 10,0 ct
Weicht ein von Ihnen gekaufter Diamant in Brillantform wesentlich von diesen o.a. Maßen ab, sollten Sie prüfen lassen, ob der Stein echt ist.
5 Tipps zum Diamanten Kaufen:
- Diamanten sind eine langfristige Geldanlage. Kaufen Sie Diamanten mit Geld, was Sie voraussichtlich länger nicht brauchen. Als Faustregel kann ein Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren gelten. Die meisten Käufer kaufen Diamanten für die Ewigkeit, d.h. zum Vererben
- Kaufen Sie zertifizierte Ware aus sicherer Quelle, z.B. Anlagediamanten von Anlagegold24. Diamanten kauft man weder auf dem Flohmarkt, noch über Kleinanzeigen, noch in Bahnhofsspelunken, sondern aus dem Fachhandel.
Kaufen Sie Qualität, d.h.:
- Diamanten, die mindestens weiß oder besser sind
- Diamanten, die innen lupenrein oder gar ganz lupenrein sind (fl oder if)
- Schliffqualität mind. gut/good
- Kaufen Sie die richtige Größe: Über 3 Karat wird die Luft für einen etwaigen Wiederverkauf dünn. Je kleiner der Stein, desto leichter ist ein Stein wieder verkaufbar, weil das Gros der Schmuckkäufer später kleinere Steine im Ring o.ä. bevorzugt, aber der Klassiker ½ Karäter oder 1 Karäter geht immer.
- Lassen Sie sich beim Diamant kaufen nicht von vermeintlich günstigen Angeboten blenden: Häufig ist es dann so, dass ein Qualitätsmerkmal deutlich schlechter als bei anderen Steinen ist und dadurch der Preis (aber auch der Wert) fällt. Oder aber noch schlimmer : Jemand blendet mit vermeintlich günstigen Preisen und die gelieferte Qualität stimmt nicht mit der angebotenen überein…
Wie entstehen eigentlich Diamanten?
Diamanten sind vor Millionen von Jahren im Erdinneren entstanden, in einer Tiefe von 150 bis 600 km. Unter hohen Temperaturen (1200 – 1400 Grad Celsius) und hohen Drücken wurde Kohlenstoff so verdichtet, dass schließlich Diamanten entstanden. Durch Vulkanaktivitäten kamen diese dann an die Erdoberfläche oder in die Nähe der Oberfläche und blieben in den Schloten (Kimberlit) zurück. Dort kristallisieren die Diamanten dann aus. Wenn die Schmelze abkühlt, bilden sich Hohlräume, in denen Kristalle wachsen können.
Richtig großer Diamant: Stern von Afrika
Ein richtig großer Diamant ist der Cullinan-Diamant: Er hatte ein Gewicht von ca. 3106 Karat, ca. 621 Gramm. Er wurde 1905 in der Premier-Diamantenmine in Südafrika gefunden. Aus ihm schnitt man über hundert kleinere Diamanten heraus. Die neun größten davon sind heute Teil der britischen Kronjuwelen, darunter auch der STERN VON AFRIKA, er gilt als der größte geschliffene Diamant der Welt.
Wo liegen die größten Diamanten-Vorkommen?
Diamanten wurden mittlerweile rund um den Erdball gefunden. In Größen, die sich für den Schmuckhandel oder als Anlagediamant eignen, sind die Diamanten vor allen Dingen zu finden in:
- Russland
- Südafrika
- Namibia
- Angola
- Botswana
- Kongo
- Sierra Leone
- Australien
- Kanada
- Brasilien
Der älteste bekannte Diamant soll ein Alter von 4,25 Milliarden Jahren (!) haben.
Gibt es auch Diamant-Vorkommen in Deutschland?
In Deutschland kann man nicht nur Diamanten kaufen, sondern es gibt sie auch in der Erde. Nachgewiesen wurde dies beispielsweise am Nördlinger Ries und der der Nähe der Talsperre Saidenbach bei Forchheim. Ein Abbau dort lohnt nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht.