Der Goldpreis
Unter dem Goldpreis versteht man im Allgemeinen den aktuellen Goldpreis in Dollar pro Unze. Dabei versteht man unter einer Unze 31,1 Gramm. Der Preis wird dann z.B. als 1250 $/oz ausgedrückt, was soviel heißt, dass der Goldpreis für 31,1 Gramm aktuell 1250 US-Dollar beträgt.
Goldpreis in Euro
In Europa wird allerdings der Goldpreis häufig auch in Euro pro Unze ausgedrückt und bezeichnet somit den Goldpreis in Euro. Da Dollar und Euro keine Parität von 1:1 aufweisen, muss man also genau hinschauen, welcher Goldpreis genau gemeint ist: Dollar oder Euro?
Geld- oder Briefkurs für Gold
Wie für jedes Gut dieser Welt gibt es auch für Gold einen Ankaufs- und einen Verkaufskurs. Die wenigsten Marktteilnehmer werden zum gleichen Preis verkaufen, wie sie auch einkaufen. Der Regelfall wird sein, dass man zu einem niedrigeren Preis Gold einkauft, als man es verkauft. An einer entsprechenden Marge verdient man. Unter einem Geldkurs ist der Kurs zu verstehen, zu dem jemand eine Ware ankauft und unter dem Briefkurs ist der Preis zu verstehen, zu dem jemand Ware verkauft. Ein GELD-Goldpreis ist somit immer niedriger als ein BRIEF-Goldpreis, in der Regel wird dies im Börsenhandel als Spanne angegeben, man spricht z.B. vom Goldpreis 1251 zu 1252, wobei 1252 der Briefkurs und 1251 der Geldkurs wäre.
Goldpreis pro Unze ist Interbankenpreis
Der Goldpreis an den Börsen in London, New York, Tokyo und anderen Edelmetallhandelsplätzen wird zwar in Dollar pro Unze festgelegt, bezieht sich aber im Regelfall auf den Handel von 400-Unzen-Goldbarren, also auf sehr große Handelsdeals, wie sie zwischen Banken und großen Marktteilnehmern wir Handelsgesellschaften, Goldminen etc. vereinbart werden. Diese 400-Unzen-Goldbarren, die im Interbanken-Handel hin- und hergehandelt werden, sind überdies ziemlich grobe Klötze, die in grobe Formen gegossen werden und ca. 400 Unzen beinhalten. Die genaue Unzenanzahl wird eingestanzt. Die Feinheit ist mit 995/1000 noch recht grob.
Kleine Goldbarren kosten über dem 400-Unzen-Goldpreis
Will man aber nur einen deutlich kleineren Barren kaufen und keinen, der den Gegenwert eines Einfamilienhauses darstellt, ist der Preis naturgemäß etwas höher, zudem sogenannte FORMKOSTEN hinzugerechnet werden müssen. Ein 1kg- oder 100-Gramm-Goldbarren kommt ja nicht so aus der Erde, sondern das Gold muss erst aus Erz gelöst werden, das Gold muss in einer Gold-Raffinerie verfeinert werden, bis es die Reinheit von zumeist 999/1000 oder 999,9/1000 besitzt und dann muss ein Goldbarren oder eine Goldmünze daraus gegossen, gestanzt oder geprägt werden. Je fälschungssicherer (z.B. zweiseitig), desto aufwändiger und teurer. So kommt ein kleines Aufgeld auf den reinen Goldpreis zustande.
Wie kommt der Goldpreis zustande?
Der Goldpreis kommt – wie bei so vielen Gütern des täglichen Lebens – durch Angebot und Nachfrage zustande: Gibt es viele Leute, die Gold kaufen wollen, steigt der Goldpreis. Wollen mehr Leute Gold verkaufen als kaufen, sinkt der Goldpreis. Wichtig ist vor allen Dingen das Verhältnis von Angebots- und Nachfragemenge. Wichtige Faktoren sind z.B. die jährliche Goldminenförderung auf der Angebotsseite und die Goldkäufe durch Anleger und die Goldschmuckindustrie.
Die größte Goldnachfrage in den letzten Jahren kam aus der Goldschmuckindustrie und dort vor allen Dingen aus Indien und China. Aber auch die Investment-Goldnachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren nahm stark zu.
Was versteht man unter dem LBMA-Goldpreis?
Lange Zeit fand in London das sogenannte Londoner Fixing statt, hier wurde 2x täglich ein Goldpreis festgestellt, zu dem angeblich die meisten Goldgeschäfte an diesem Tag zustande gekommen sind – zumindestens unter den Teilnehmern, die an diesem Londoner Fixing teilgenommen haben. Nachdem es aber zu Vorwürfen der Mauschelei und unlauterer Preisbeeinflussung gekommen ist, sind mehrere Mitglieder aus diesem Goldpreis-Fixing ausgestiegen. Als Nachfolger wurde der sogenannte LMBA-Goldpreis erfunden. Dieser wurde erstmal im März 2015 eingesetzt. Täglich um 10:30 und 15:00 Uhr (London GMT) wird dort der Goldpreis in US-Dollar pro Unze festgesetzt und auch in Pfund-Sterling sowie Euro, sodass es dort auch einen Goldpreis in Euro gibt. Pfund und Euro sind aber nur Indikationspreise. Zuletzt gab es bei dieser Preisfestsetzung in London 13 Marktteilnehmer, die an der Preisfindung teilgenommen haben, nämlich:
- Bank of China
- Bank of Communications
- China Construction Bank
- Goldman Sachs International
- HSBC Bank USA NA
- ICBC Standard Bank
- JP Morgan
- Morgan Stanley
- Societe Generale
- Standard Chartered
- The Bank of Nova Scotia – Scotia Mocatta
- The Toronto Dominon Bank
- UBS
Mit der ICE Benchmark Administration (IBA) will man einen unabhängigen Provider gefunden haben, der die Goldpreisfindung für diese Referenzpreise abwickelt. IBA stellt dabei als quasi-Unabhängiger eine Preisfindungsplattform zur Verfügung, die elektronisch funktioniert und so objektiv wie möglich gewährleisten soll, dass nicht manipulierte Preise festgesetzt werden, die geeignet sind, die Mehrzahl der Kauf- und Verkaufsaufträge unter einen Hut zu bringen und somit den richtigen Marktpreis wiedergeben.
Waren die Goldpreise auch mal fest?
Es hat in der Geschichte mehrere Versuche gegeben, den Goldpreis statisch festzulegen, in dem man z.B. ein bestimmtes Tauschverhältnis bestimmte, in dem man Gold zu Papiergeld tauschen konnte. Alle diese Systeme haben aber nie lange Bestand gehabt, weil immer jemand auf die Idee kam, einfach noch mehr Papiergeld zu drucken, sodass sich dann am Markt niemand mehr bereit erklärte, Gold für zu wenig entwertetes Papiergeld herzugeben: Der Goldpreis am Markt stieg einfach.
Am bekanntesten ist sicher das sogenannte Bretton-Woods-System von 1944 bis 1971, bei dem in im US-Städtchen Bretton Woods (New Hampshire) 1944 auf einer Konferenz ein Währungs-Tauschsystem festgelegt wurde. Das Bretton-Woods-Abkommen legte einfach 35 US$ pro Feinunze Gold als Wert fest. Die US-Notenbank verpflichtete sich z.B. jederzeit US-Dollar-Banknoten gegen Gold zu diesem Verhältnis umzutauschen. Bereits nach wenigen Jahren bemerkte man allerdings, dass die Goldbestände der Erde endlich sind und die US-Dollar-Bestände einfach nachgedruckt wurden. Zunächst schuf man bereits damals künstliches Papiergold, sogenannte Sonderziehungsrechte (SZR) und gab diese ersatzweise gegen 35 US-Dollar aus. 1969 wollten schließlich mehrere Staaten ihre US-Dollar-Geldbestände bei der US-Notenbank gegen GOLD tauschen – zum festgelegten Goldpreis von 35 $ je Unze. Die Notenbank räumte in 1969 offiziell ein, gar nicht genug Gold für solche Täusche zu haben. Die USA konnten ihre vertraglichen Verpflichtungen somit nicht erfüllen. Am 15.August 1971 erklärte US-Präsident Richard Nixon den Dollar für nicht mehr tauschbar und damit das Modell für gescheitert. 40,7 Milliarden Dollar Forderungen standen damals 10,2 Milliarden Dollar an US-Goldbeständen gegenüber. Dies war das Ende der fixen Goldpreise nach dem Bretton-Woods-System.
Goldpreisentwicklung nach Bretton-Woods
Bereits 1 Jahr nach dem endgültigen Scheitern des Bretton-Woods-Systems mit festen Goldpreisen von 35 US-Dollar entwickelte sich der Goldpreis im Mai 1972 auf über 50-US-Dollar.1973 führte man dann auch offiziell ein System freier Wechselkurse ein – ohne Bindung an Gold oder Dollar. Dies war insbesondere für die europäischen Währungen von Bedeutung. 1973 wurde bereits die 100-Dollar-Grenze für eine Unze Feingold überschritten. Der Goldpreis hatte sich somit nach Bretton Woods innerhalb kurzer Zeit fast verdreifacht.
Krügerrand-Preise basierend auf historischen Goldpreisen
Wie die hier abgebildete Krügerrand-Quittung zeigt, kostete beispielsweise eine Krügerrand Goldmünze der Grösse 1 Unze im Jahr 1970 in Deutschland 147,- DM. In Euro entspräche dies heute 75,16 Euro. Für eine Unze Gold in Form eines Krügerrands. Der Preis für eine Unze Krügerrand liegt im Jahr 2017 eher bei über 1100 Euro, also einem Vielfachen hiervon. Dies macht deutlich, wie sehr sich Goldpreise nach oben entwickelt haben. Oder aber wie sehr Papiergeld-Währungen an Wert verlieren.

Große Goldbörsen bestimmen den Goldkurs
Nach einer Untersuchung des World Gold Councils sind die größten Edelmetallhandelsplätze die folgenden Goldbörsen:
- New York
- Tokyo
- Chicago
- Istanbul
- Indien
- Shanghai
- Dubai
Shanghai und Indien gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung, weil die starke asiatische Nachfrage dort zunehmend aufläuft. In früheren Zeiten haben Chinesen ihr Gold weitgehend in Zürich, New York oder London gekauft. Mittlerweile versucht die chinesische Regierung mit Erfolg, die Marktmacht auf eigene Börsen zu lenken.
Goldpreis gibt es rund um die Uhr – außer am Wochenende
Einen Goldpreis gibt es durch die zahlreichen Goldbörsen rund um die Welt 24h rund um die Uhr – außer am Wochenende. Morgens fängt Europa mit dem Goldhandel an, am europäischen Nachmittag wachen dann die Amerikaner nach und nach auf und fangen den Goldhandel an, wenn europäische Goldbörsen den Tag auslaufen lassen. Wenn die Amerikaner den Tag auslaufen lassen, fangen die Asiaten an zu handeln, sodass man quasi rund um die Uhr Gold handeln kann. Am Wochenende haben die internationalen Goldbörsen allerdings geschlossen.
Wie bildet sich aus dem Goldpreis ein Preis für Goldbarren oder Goldmünzen?
Goldbarren und Anlage-Goldmünzen (wie z.B. Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Känguru etc.) werden zu einem Preis verkauft, der kurz über dem reinen Goldpreis liegt. Eine Goldmünze Maple Leaf 1oz beispielsweise wird zu einem Aufgeld verkauft, welches im Regelfall deutlich unter 7% über dem reinen Goldpreis liegt. Je nach Marktlage, Goldpreis, Angebot und Nachfrage und Jahrgang der Goldmünze. Dieses Aufgeld auf den reinen Goldpreis nennt man Agio. Dieses Agio ist erforderlich, weil ja aus den groben 400-Unzen-Interbanken-Goldbarren zunächst durch eine Raffinerie feinere Gold-Rohlinge hergestellt werden müssen (999,9/1000 statt 995/1000), diese müssen dann sorgsam zweiseitig geprägt werden. Anschließend werden diese in Tubes und Masterboxen verpackt und die Goldmünzen müssen per Werttransport von Kanada nach Deutschland geschafft werden. Am Flughafen angekommen, müssen die Goldmünzen durch die Zollkontrolle und wieder per Geld-Transporter zum Münzhändler gebracht werden, der wieder für eine sichere und versicherte Einlagerung sorgt. All dies kostet natürlich Geld. Schlussendlich will sowohl eine Münzprägestätte wie auch ein Goldhändler auch bei einem Verkauf noch etwas verdienen, wobei die Verdienstspanne beim Verkauf solcher neuen Goldmünzen häufig deutlich unter 1% liegt. Was auch nur für den Versand ab Lager gilt. Müssen Verkaufspersonal oder Ladengeschäfte vorgehalten werden, erfordert dies wegen höherer Gehalts- , Sicherheits- und Logistikkosten eine angepasste Kalkulation.
Historische Goldpreise in Euro
Um einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich der Goldpreis in Euro in den letzten Jahrzehnten bewegt hat, hier beispielhaft einige historische Goldpreise (ggf. aus DM in Euro umgerechnet):
| Datum | Goldpreis Euro pro Feinunze |
|---|---|
| 31.12.1970 | 70,43 |
| 31.12.1975 | 199,89 |
| 31.12.1990 | 304,11 |
| 31.12.2005 | 438,54 |
| 31.12.2010 | 1.062,72 |
| 31.12.2012 | 1.270,57 |
| 31.12.2016 | 1.077,61 |
Natürlich steigt und fällt der Goldpreis im Laufe seiner Entwicklung, auch zwischen den o.a. Jahren gibt es Aufwärts- und Abwärtsbewegungen. LANGFRISTIG erkennt man jedoch die positive Goldpreisentwicklung.
Gold ist daher auch kein Instrument, um damit kurzfristig zu spekulieren (wenngleich dies manchmal gelingt), sondern für den mittel- bis langfristigen Investor gedacht, der sein Vermögen langfristig vor Wertverlusten sichern möchte und mit einem Investment in Gold eine Absicherung gegen die Entwertung von Papiergeld vornimmt.
Goldpreis- Allzeithoch (all-time-high)
Der bisher höchste Goldkurs in US$ wurde am 6.9.2011 mit 1920 US-Dollar erreicht. Der höchste Goldpreis in Euro wurde am 1.10.2012 mit 1385 Euro erreicht. Damals war der Wechselkurs zum US$ bei 1,29.
Goldpreis-Umrechnung Unzen in Gramm
Eine Feinunze Gold sind 31,1 oder genauer 31,103 Gramm Feingold. Häufig werden jedoch auch Goldmünzen in Untereinheiten einer Unze (sogenannte Fractionals) oder Mehrfachem gehandelt. Hier eine Tabelle zur Umrechnung von Unze in Gramm:
| Unze | Gramm |
|---|---|
| 1/20 Unze | 1,555 g |
| 1/10 Unze | 3,110 g |
| 1/8 Unze | 3,888 g |
| 1/4 Unze | 7,776 g |
| 1/2 Unze | 15,552 g |
| 1 Unze | 31,103 g |
| 2 Unzen | 62,207 g |
| 5 Unzen | 155,517 g |
| 10 Unzen | 311,035 g |
| 400 Unzen | 12,441 kg |
Goldpreis und Karat
Karat kennen viele nur als Gewichtseinheit bei Diamanten. Der 1-Karäter gilt dabei als besonders wertvoll. Je mehr Karat ein Diamant hat, desto wertvoller ist er. Karat gibt es aber auch bei Gold, hier bezeichnet es aber die Feinheit: Der Goldpreis gilt immer für reines Gold (mindestens 995/1000). Dieses REINE Gold wird auch als 24karätiges Gold bezeichnet. 12-karätiges Gold wäre also nur zu 50% aus Gold, wird aber üblicherweise nicht gehandelt. Im Schmuckbereich wird jedoch oft 8-karätiges oder 18-karätiges Gold gehandelt. Damit Sie wissen, wie Sie den Goldpreis bei welcher Karat-Feinheit anwenden, hier eine Tabelle:
| Karat | Feingehalt |
|---|---|
| 24 Karat | 999er Gold |
| 22 Karat | 916,66er Gold |
| 18 Karat | 750er Gold |
| 14,04 Karat | 585er Gold |
| 8 Karat | 333er Gold |
Gold-Silber-Ratio
Unter einer Gold-Silber-Ratio versteht man das Verhältnis vom Goldpreis zum Silberpreis: Oder einfach gesagt: Wie oft passt der Silberpreis in den Goldpreis. Silber ist ca. 17,5x häufiger in der Erdkruste vorhanden als Gold. Ginge es stringent danach, müsste der Silberpreis multipliziert mit 17,5 den Goldpreis ergeben und die Gold-Silber-Ratio wäre 17,5.
Tatsächlich wurde Gold und Silber in der Historie über Jahrhunderte mit einer Gold-Silber-Ratio von in etwa 15 gehandelt. Weil Silber aber aus vielen Zahlungsverkehrsmünzen der Welt verbannt worden sind (die heute oft nur noch aus Kupfer-Nickel bestehen), hat sich das Verhältnis verschoben und Silber ist im Prinzip billig geworden.
Welche Goldmünzen notieren kurz über dem reinen Goldpreis?
Im Gegensatz zu raren Sammlermünzen notieren klassische Bullionmünzen, sprich Anlagemünzen immer kurz über dem reinen Goldpreis. Dies gilt für die am meisten nachgefragte Größe EINE UNZE (1 oz) der folgenden Typen:
-
• Krügerrand aus Südafrika
• Maple Leaf aus Kanada
• Wiener Philharmoniker aus Österreich
• Känguru aus Australien
Folgende Münzen notieren häufig nur kurz über den oben genannten Goldmünzen, manchmal sogar gleich:
• Lunarmünzen (Tierkreiszeichen) aus Australien• American Eagle aus USA
• Britannia aus Großbritannien
• Lunarmünzen aus Großbritannien
Je nach Einkaufsgelegenheit natürlich auch andere Goldmünzen. Schauen Sie einfach unter der Kategorie Goldmünzen auf der Startseite von Anlagegold24.de.
Sehr nahe am Goldpreis sind i.d.R. auch alle Goldbarren, besonders die ab 1 Unze Gewicht aufwärts: Goldbarren kaufen.